CASTSIDE

Ratgeber

Angeln in Amsterdam

Anhand offizieller Quellen geprüft am .

Ja, in Amsterdam kannst du angeln, und viele tun das auch. Die Stadt ist auf Wasser gebaut: Grachten quer durch die Innenstadt, die Amstel und das IJ, dazu größere Seen am Stadtrand. Du siehst Streetangler, die mit leichter Spinnrute die Kaimauern abklopfen, und Karpfenangler, die sich für den ganzen Tag eingerichtet haben.

Der Knackpunkt ist die Erlaubnis. Normalerweise brauchst du einen VISpas (die niederländische Angelerlaubnis), und selbst dann hängen die Regeln vom Gewässer ab: Manche Stellen sind gesperrt, für manche brauchst du eine andere Erlaubnis, und im Frühjahr ist Raubfischangeln tabu.

Diese Seite ist eine kurze, verständliche Zusammenfassung mit Links zu den offiziellen Quellen. Sie ist keine Rechtsberatung, und Regeln ändern sich. Im Zweifel haben deshalb die offiziellen Bedingungen und die App VISplanner Vorrang.

Das Wichtigste in Kürze

  • Besorg dir vor deinem ersten Angeltag einen VISpas. Zum Reinschnuppern reicht der Kleine VISpas.
  • Prüf die genaue Stelle in der App VISplanner: Sie zeigt, wo dein Pass gilt und welche Zusatzregeln es gibt.
  • Hab Pass, Ausweis, Kescher und Zange dabei. Auf Amsterdamer Vereinsgewässern brauchen Karpfen- und Raubfischangler außerdem eine Abhakmatte.
  • Vom 1. April bis zum letzten Freitag im Mai: keine Kunstköder und kein Dropshot. Die Hechtschonzeit beginnt schon am 1. März. Ab dem letzten Samstag im Mai sind Hecht, Zander und Barsch wieder frei.
  • Setz Aal, Karpfen, Wels und (in Amsterdam) Hecht zurück.

Darf man in Amsterdam angeln?

Ja. Die meisten Gewässer der Stadt stehen auf der landesweiten Gewässerliste: die Grachten, das IJ, die Amstel, das Nieuwe Meer, die Gaasperplas und Gewässer in den meisten Stadtteilen. Dort gilt der VISpas jedes niederländischen Angelvereins.

Einige Gewässer in Amsterdam stehen nicht auf dieser Liste, darunter die Sloterplas, das Kinselmeer, die Seen im Amsterdamse Bos und mehrere Hafenbecken in Westpoort. Dort brauchst du einen Pass oder eine Erlaubnis vom Amsterdamer Angelverein, dem AHV. Viele andere Hafenbecken sind für Angler komplett gesperrt. Die Liste wird ab und zu erweitert – den aktuellen Stand zeigt VISplanner.

Außerdem ist nicht jedes Ufer freigegeben. Der AHV erlaubt kein Angeln in neun Stadtparks (Amstelpark, Beatrixpark, Erasmuspark, Flevopark, Noorderpark, Oosterpark, Sarphatipark, Vondelpark und Westerpark), rund um die Friedhöfe Zorgvlied, De Nieuwe Ooster und Noorder Begraafplaats sowie an ausgewiesenen Badestellen. (Der Teich im Westerpark steht allerdings auf der Liste für 2026, schau dort also in VISplanner nach.) Angle nur von öffentlichen Ufern aus, nie von Privatgrund, Stegen oder Hausbooten.

Brauche ich einen VISpas?

Ja, wenn du am 1. Januar 14 oder älter bist. Der VISpas ist der Mitgliedsausweis eines niederländischen Angelvereins. Zusammen mit der Gewässerliste (die du in der App VISplanner findest) ist er deine schriftliche Angelerlaubnis. Ein digitaler Pass auf dem Handy reicht, wenn du ihn digital bekommen hast; eine per Post geschickte Karte musst du als Karte vorzeigen.

  • Kaufen kannst du ihn auf vispas.nl oder direkt beim AHV. 2026 kostet ein VISpas für Erwachsene beim AHV 46,75 € und gilt bis zum 31. Dezember. Wenn du online kaufst, bekommst du innerhalb von Minuten eine vorläufige Erlaubnis per E-Mail, die gilt, bis die Karte da ist.
  • Ein VISpas heißt nicht, dass du überall angeln darfst. Er gilt für die Gewässer auf seiner Liste. In Amsterdam ist das der Großteil, aber nicht alles – prüf die Stelle also in VISplanner.
  • Am 1. Januar 13 oder jünger? Dann darfst du ohne eigenen Pass mit einer Rute angeln, wenn ein Erwachsener (ab 18) mit VISpas dabei ist; es gelten dann dessen Bedingungen. Der AHV hat außerdem eine kostenlose Jugenderlaubnis.

Erst mal nur ausprobieren?

  • Der Kleine VISpas (11,50 €, ohne Vereinsmitgliedschaft): eine Rute mit einem Einzelhaken, von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang, mit Naturködern wie Brot, Kartoffeln, Teig, Käse, Körnern, Würmern oder Maden. Keine Kunstköder, also kein Raubfischangeln, und jeder Fisch wird zurückgesetzt. In und um Amsterdam gilt er für die Grachten im Stadtteil Centrum, das IJ, die Amstel, das Nieuwe Meer und einige Grachten in Noord, nicht aber für die Grachten in Oost, Zuid, West oder Nieuw-West.
  • AHV-Tageskarte: 5 € pro Tag oder 25 € für eine Woche, Nachtangeln inklusive. Gilt nur auf AHV-Gewässern.
  • Als Gast mitangeln. Wer einen VISpas hat, kann für jemanden ohne Pass eine kostenlose MeeVIStoestemming für einen Tag beantragen. Ihr angelt gemeinsam bei Tageslicht mit bis zu zwei Ruten und setzt alles zurück. Sie gilt nur auf Gewässern der landesweiten Liste, und der VISpas-Inhaber darf dieselbe Person nicht zweimal mitnehmen. So probierst du am einfachsten das Angeln mit jemandem aus, den du auf Castside kennengelernt hast.

Wo kann ich angeln?

Spots veröffentlichen wir nicht: Die Fische selbst zu finden, ist der halbe Spaß, und der Raubfisch-Ratgeber zeigt dir, wie du ein Gewässer liest. Aber irgendwo musst du ja anfangen. Das hier sind große, bekannte Gebiete, die viele Angler in Amsterdam befischen. Einen Fang garantiert keines davon.

Wo du anfangen kannst

  • Die Stadtgrachten im Zentrum und die Grachten der Wohnviertel in Oost, West, Zuid und Noord. Das klassische Streetfishing-Revier: Kaimauern, Brücken und festgemachte Boote, 2–3 m tief, mit Barsch, Zander und vereinzelt Hecht. Gut erreichbar, und du kommst schnell von Spot zu Spot; schwierig sind Hänger und das Landen von Fischen an hohen Kaimauern. Im Zentrum herrscht viel Betrieb mit Booten, Fahrrädern und Touristen. Anfängerfreundlich.
  • Die Amstel. Ein breiterer Fluss mitten durch die Stadt, mit Brücken und weiter draußen Schilfkanten. Barsch, Zander und Hecht. Auf langen Strecken liegen Hausboote, was die möglichen Angelplätze einschränkt, und rund um den Friedhof Zorgvlied ist Angeln verboten. Für Anfänger bis Fortgeschrittene.
  • Das IJ und das östliche Hafengebiet (Oostelijk Havengebied). Großes, tiefes Wasser mit Strömung, Hafenmauern und viel Futterfisch. Bekannt für Zander, Barsch gibt es auch. Du brauchst schwerere Jigköpfe (10 g und mehr) und teilst dir das Wasser mit Fähren, Schiffen und Radfahrern. Für Fortgeschrittene.
  • Das Nieuwe Meer. Ein großer, sehr tiefer See am südwestlichen Stadtrand, laut AHV mit gutem Bestand an Barsch, Hecht und Zander. Viele Ufer sind steil oder voller Schutt, und im Sommer sind viele Badegäste und Boote unterwegs. Besser mit etwas Erfahrung.
  • Die Gaasperplas. Ein tiefer Parksee in Zuidoost, bekannt für seine Hechte. Klares Wasser und im Sommer volle Strände: An den ausgewiesenen Badestellen ist Angeln verboten. Mal top, mal flop.

Alle fünf stehen auf der landesweiten Liste, also gilt dort jeder VISpas. Der Kleine VISpas gilt für die Grachten in Centrum, das IJ, die Amstel und das Nieuwe Meer, aber nur zum Angeln mit Naturködern. Am Stadtrand gibt es außerdem Poldergewässer, bei denen der Inhaber des Fischereirechts von Abschnitt zu Abschnitt wechselt.

Auch in bekannten Gebieten ist nicht jedes Ufer freigegeben.

Parks, Friedhöfe, Badestellen, Jachthäfen, private Stege und manche Hafenbecken sind gesperrt, und die Regeln unterscheiden sich von Abschnitt zu Abschnitt. Prüf die genaue Stelle vor dem Angeln in VISplanner (App und Website, auch auf Englisch).

Welche Fische kann man in Amsterdam fangen?

Die üblichen niederländischen Süßwasserfische. Am häufigsten:

  • Barsch. In den Grachten stehen einige richtig dicke Barsche, und sie sind der Klassiker beim Streetfishing.
  • Zander (niederländisch: snoekbaars). Das IJ ist für seine Zander bekannt, und auch in größeren Gewässern wie dem Nieuwe Meer kommen sie vor.
  • Hecht. Überall im Stadtgebiet, vor allem in krautreichen und größeren Gewässern wie dem Nieuwe Meer und der Gaasperplas. Auf Amsterdamer Vereinsgewässern wird jeder Hecht zurückgesetzt.
  • Karpfen. In den Grachten genauso wie in den Seen. Wird immer zurückgesetzt.
  • Rotauge, Brassen und Aland. Die Grachten sind voller Weißfisch, und damit fängst du am einfachsten an.

In größeren Gewässern kann auch mal ein Aal oder ein Wels anbeißen. Beide müssen immer sofort zurückgesetzt werden. Garantiert ist nichts: In der Stadt kann an einem Tag tote Hose sein, und am nächsten läuft’s.

Welche Methoden funktionieren hier?

  • Streetfishing. Leichte Spinnrute und kleine Gummiköder (oder eine Dropshot-Montage): Du läufst die Kaimauern ab und machst an jedem Spot ein paar Würfe. In Amsterdam ist das enorm beliebt: wenig Ausrüstung, und du kannst nach Feierabend auch mal nur für eine Stunde los. Unser Ratgeber zum Raubfischangeln erklärt Ausrüstung, Stellensuche und Technik.
  • Spinnfischen auf Hecht. Kräftigere Rute, größere Köder und ein Stahlvorfach (oder Fluorocarbon von mindestens 0,8 mm).
  • Posenangeln. Posenrute mit Brot, Maden oder Würmern auf Weißfisch. Dafür reicht der Kleine VISpas.
  • Karpfen- und Friedfischangeln. Längere Ansitze an Seen und ruhigen Abschnitten, mit Abhakmatte. Auf Amsterdamer Vereinsgewässern sind elektronische Bissanzeiger im Umkreis von 100 m um Gebäude nicht erlaubt.

Alle Methoden mit Kunstködern ruhen vom 1. April bis zum letzten Freitag im Mai (siehe Regeln unten).

Angelregeln

Die Regeln, über die viele stolpern. Das hier ist eine Zusammenfassung: Die vollständigen Bedingungen stehen auf vispas.nl und in VISplanner und können sich jedes Jahr ändern.

  • Ruten. Höchstens zwei Ruten mit je bis zu drei Haken, maximal 10 m voneinander entfernt. Eine beköderte Rute nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Schonzeiten. Hecht ab 1. März, Zander und Barsch ab 1. April, jeweils bis zum letzten Freitag im Mai. Ab dem letzten Samstag im Mai darfst du wieder auf alle drei angeln. Wenn du einen davon in der Schonzeit fängst, kommt er sofort zurück. Welse müssen immer zurückgesetzt werden.
  • Kunstköderverbot im Frühjahr. Vom 1. April bis zum letzten Freitag im Mai darfst du weder Kunstköder (erlaubt sind nur Fliegen bis 2,5 cm) noch tote Fische, Fischstücke oder Fleisch verwenden. Die VISpas-Bedingungen schließen außerdem jede Angelweise aus, bei der du wahrscheinlich Zander fängst, etwa Dropshot oder Wurm am Jigkopf.
  • Sonderfall IJmeer. Für das offene Wasser vor IJburg und Durgerdam gelten die Regeln des IJsselmeers: vom 16. März bis zum 30. Juni keine Kunstköder und keine toten Fische, außerdem höchstens 2 Zander und 5 Barsche.
  • Köder. Lebende Fische als Köder sind gesetzlich verboten. Seit 2026 darfst du gefärbte lebende Köder wie rote Maden oder gefärbte Würmer beim Angeln nicht einmal mehr dabeihaben.
  • Nachtangeln (zwei Stunden nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang) braucht eine zusätzliche Erlaubnis und ist nur an manchen Gewässern gestattet. Auf Gewässern der landesweiten Liste ist das die NachtVIStoestemming (17,50 € im Jahr 2026), und zwar an den Gewässern, die in VISplanner mit einem Mond markiert sind. Der AHV hat für seine Gewässer eine eigene Nachtangelerlaubnis und eigene Regeln. Prüf das, bevor du eine Abendtour auf Zander planst.
  • Fische mitnehmen. Aal, Karpfen und Graskarpfen immer zurücksetzen, auf Amsterdamer Vereinsgewässern auch Hecht (eine AHV-Regel). Seit 2026 darfst du höchstens 1 Hecht (45–80 cm), 2 Zander (42–70 cm), 3 Barsche (22–45 cm) und insgesamt 15 Fische mitnehmen; auf Amsterdamer Vereinsgewässern müssen Zander 55–70 cm lang sein. Fische, die du mitnimmst, sofort waidgerecht töten. Den Fang zu verkaufen oder zu verschenken, ist gesetzlich verboten. Du willst ihn essen? Das niederländische Ernährungszentrum Voedingscentrum rät davon ab, selbst gefangenen Süßwasserfisch oft zu essen, Barsch und Aal eingeschlossen.
  • Ausrüstung. Der landesweite Verhaltenskodex zum Fischwohl sieht vor, dass du Kescher, Hakenlöser und Zange dabeihast, beim Raubfischangeln zusätzlich einen Seitenschneider, und empfiehlt ein bissfestes Vorfach (Stahl, Titan oder dickes Fluorocarbon). Auf Amsterdamer Vereinsgewässern ist beim Karpfen- und Raubfischangeln eine Abhakmatte Pflicht, beim Raubfischangeln außerdem eine Lösezange und ein Seitenschneider. Setzkescher sind dort außer bei offiziellen Wettangeln nicht erlaubt.
  • Kontrollen. Vereinskontrolleure dürfen deinen Pass prüfen und ihn einziehen, wenn etwas nicht stimmt. Kontrolleure mit Ordnungsbefugnis (BOAs) und die Polizei können dir ein Bußgeld auferlegen (Angeln ohne Erlaubnis kostet im Jahr 2026 160 € plus Verwaltungskosten, mit mehr als zwei Ruten 370 €), und wer 14 oder älter ist, muss ihnen einen Ausweis zeigen.

Zum ersten Mal in Amsterdam angeln?

  • Halt es am Anfang einfach: mit der Posenrute auf Weißfisch oder mit einer leichten Rute und kleinen Gummiködern auf Barsch (außerhalb der Schonzeit im Frühjahr).
  • Nimm Kescher und Zange mit, damit du Fische schnell abhaken kannst. Mach dir die Hände nass, bevor du einen Fisch anfasst.
  • Nimm auf belebten Kais Rücksicht: Pass beim Ausholen auf, mach Platz für Fußgänger und Radfahrer und wirf nicht über festgemachte Boote oder Hausboote. Schnur, Haken und Verpackungen nimmst du wieder mit nach Hause.
  • Geh mit jemandem los, der das schon mal gemacht hat. An einem Abend lernst du mehr als in einer Woche allein.

Raubfischangeln in aller Kürze

Die meisten Angler an den Kaimauern sind mit Kunstködern hinter Barsch, Zander und Hecht her. Hier die Methode in acht Schritten; der Raubfisch-Ratgeber erklärt jeden einzelnen.

  1. Lauf die Grachten ab und bleib an Struktur stehen: Brücken, Pfähle, festgemachte Boote, Ecken und Schatten.
  2. Häng einen Gummiköder von 7–10 cm auf einem Jigkopf mit 5–7 g (am IJ 10 g) in ein Stahlvorfach ein, falls ein Hecht beißt.
  3. Wirf zuerst an der Mauer entlang, dann an die Pfeiler und Bootsrümpfe, dann fächere deine Würfe auf.
  4. Klapp den Bügel zu, sobald der Köder auf dem Wasser aufkommt, und lass ihn an gespannter Schnur absinken. Zähl mit, bis er den Grund erreicht.
  5. Lass ihn 20–40 cm springen und an gespannter Schnur zurückfallen. Die meisten Bisse kommen, während er absinkt.
  6. Ein Tock, ein Zucken in der Schnur, der Köder ist zu früh unten oder es wird plötzlich schwer: Anhieb, kurz und kräftig.
  7. Nach etwa 10 Würfen oder 10 Minuten kein Lebenszeichen? Ändere eine Sache, dann zieh weiter.
  8. Fisch dran: Nimm ihn mit dem Kescher auf (nie an der Mauer hochziehen), hak ihn auf einer nassen Matte innerhalb von etwa 10 Sekunden ab und setz ihn zurück, indem du den Kescher wieder ins Wasser senkst.

Überall, wo Hechte beißen können (und das ist in den meisten Teilen von Amsterdam der Fall), gehört ans Ende deiner Schnur ein Stahlvorfach oder mindestens 0,8 mm Fluorocarbon. Dünnes Fluorocarbon allein ist nicht hechtsicher.

Den ganzen Raubfisch-Ratgeber lesen

Offizielle Quellen

Keine Lust, allein zu angeln?

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